Die Suche nach dem verlorenen Konzept

Nachdem mein Blog anfangs nur ein Sammelsurium an losem Alltagsgedöns war und auch noch ist, möchte ich ein wenig Struktur in die Sache bringen. Das liegt auch daran, dass die alltäglichen Sachen eh schon zu Genüge auf Facebook verwurstet werden und ich hier nicht dieselben Sachen noch mal aufwärmen will, höchstens wenn sie so ultra-awesome sind, dass sie einen eigenen Artikel verdienen.
Nun möchte ich verschiedene Kategorien einführen. Unter anderem Musik, Games und Filme. Zudem überlege ich, irgendeinen Wochentag zum Laugh your ass off day zu ernennen und zu diesem Anlass dann lustiges Zeug zu posten. Ich weiß, sowas gibt es schon massenhaft, aber davon bekomme ich zumindest nie genug.
Also, falls sich jemand auf diese Seite verirrt (omfg Leser :O) und gerne mehr davon sehen will, dann bitte einfach in die Kommentare schreiben, was davon am meisten gefallen würde.
Besten Dank im Voraus!

Update: Auch das Blog-Theme wird natürlich noch überarbeitet

Die doppelte Zeitreise

Was macht der vernerdete Mensch, wenn seine HD-Konsole den Geist aufgegeben hat? Zwischen Verzweiflung und Beschäftigungsnot tat sich die Möglichkeit auf, ein paar Konsolengenerationen zurückzuspringen. Ein weiter Sprung, denn von Polygonvielfalt und hochauflösenden Texturen ging es zurück in die 16-Bit-Ära. Mit dem SNES (Super Nintendo Entertainment System), oder auch Super Nintendo und dem Japano-Rollenspiel Chrono Trigger.

Chrono Trigger

Nach mehrfachen Empfehlungen und dem Ruf als „eines der geilsten Spiele die es überhaupt gibt, alter!“ musste ich mich auch mal selbst an die Knöpfe setzen.
Nach einem eher zähen Start und vielen Fragezeichen auf der Stirn, entfaltete sich das Spiel zu einem komplexen, herrlich stimmungsvollen und süchtig machenden Rollenspiel.

Story
Die Rahmenhandlung mal kurz und stark vereinfacht dargestellt: Der Held (Crono) trifft in der Gegenwart eine Prinzessin, die durch einen Unfall in die Vergangenheit geschickt wird. Wem passiert das nicht? Crono reist ihr nach und findet wiederum in der Zukunft heraus, dass die vergangene Zukunft von einer bösen Macht bedroht wird. Darum versucht die Gruppe, die sich während des Spielverlaufs um weitere skurrile Charaktere erweitert, in der Vergangenheit das Unheil abzuwenden. Okay, ich muss zugeben, dass diese Inhaltsangabe schon sehr konfus ist, aber während des Spiels versteht man es, versprochen.
Das Tor zur Zeit

Kampfsystem
Genau das ist für mich das Herzstück und zugleich Suchtfaktor des ganzen Spiels. Chrono Trigger kommt ohne die bei JRPGS gern verwendeten Zufallskämpfe aus, auch wenn man manchen Kämpfen nicht aus dem Weg gehen kann. Meistens jedoch sind die Gegner vorher sichtbar und es kommt erst bei einem Kontakt zum Kampf.
Das System ist rundenbasiert, auf Wunsch aber mit Zeitlimit, sodass Feinde nicht zögern, euch eins überzubraten wenn ihr tatenlos dasteht. Ansonsten gibt es Altbewährtes: Ein Balken füllt sich, ihr könnt Angreifen. Der Clou ist, dass für jeden Charakter spezielle Techniken verwendet und miteinander kombiniert werden können, was dem Spieler mehr Taktik abverlangt, besonders bei den Bossgegnern. Magie darf natürlich auch nicht fehlen, manche Gegner lassen sich nur mit Hokuspokus schlagen.
So einfach die Idee des Kampfsystems ist, so genial ist es umgesetzt. Durch die Draufsicht und die Bewegung im Kampf müssen immer wieder verschiedene Strategien angewendet werden. Stehen drei Gegner beispielsweise in einer Linie, kann man mit einer speziellen Fertigkeit alle zugleich mit einem Angriff treffen, um mal eine einfache Möglichkeit zu nennen.
Hochmotiviert stelle ich mich also jedem Kampf, taktiere, probiere Combos aus und stelle mich den Bossviechern. Frust kam dabei noch nicht auf, jedenfalls noch keiner bei dem man sein Gamepad vertilgen möchte. Ich ging bisher immer optimistisch in die Kämpfe, denn die Lernkurve ist äußerst gut gelungen. Eine runde Sache, was die Leute von Square da entwickelt haben.
Auf die Nuss!

Grafik
Gut, 1995, 16-Bit. Wer jetzt schreit: „So eine Scheiße, keine Kantenglättung, bekackte Weitsicht!“, den sollte man zur Strafe auf eine Buchvorlesung von Eva Hermann schicken. Dafür, dass das Spiel schon 15 Jahre auf dem Buckel hat, ist es enorm Detailreich. Man besucht Städte, Wälder, Wüsten, Schlösser, Roboterfabriken und vieles mehr. Alles in verschiedenen Epochen, die sehr stimmungsvoll dargestellt werden. Auch die Animationen sind vielfältig und erzeugen besonders im Kampf ein schnelles Schlachtgefühl. Und das alles 1995? Ich wünschte ich hätte diese Konsolengeneration noch aktiv mitbekommen, ich wäre wahrscheinlich begeistert gewesen.
Heute muss man zunächst vom hohen Ross der HD-Grafik runterkommen, sich auf 2D-Iso-Sicht einstellen und ein bisschen enthusiastisch herangehen. Dann kann man das Spiel in vollen Zügen genießen. Es bleibt noch zu sagen, dass die Charaktermodelle und Zeichnungen von Akira Toriyama stammen, dem Erfinder und Zeichner der Dragonball-Mangas. Da ich Fan dieser Serie bin und seinen Zeichenstil sehr mag, ist das natürlich noch ein weiterer Pluspunkt.

Fazit
Über Chrono Trigger wurde schon endlos viel geschrieben und geschwärmt, deswegen hier ein rein persönliches Fazit: Ich bin froh, dass ich dieses Spiel noch für mich entdecken konnte. Es hat mich trotz seines Alters für Stunden an den Bildschirm gefesselt und ich kann allen, die nur ein bisschen was für Retro-Gaming übrig haben, nur empfehlen, sich dieses Juwel mal anzusehen. Es wartet ein toller Trip durch die Zeit.

Ladies and Gentlemen, we can rebuild him!

So, ca. zwei Jahre später habe ich mich entschlossen, meinen Blog wieder aufleben zu lassen. Um 00:26 Uhr nach ein paar erfrischenden Kaltgetränken. Damit der neue Eintrag nicht ganz nackt daherkommt, hier ein schönes Video einer noch schöneren Gruppe: 

Kann jedem nur empfehlen, sich mal deren Sachen anzuhören.

FURT-Konzert am 13.12.2008 in der AWD-Hall Hannover

So, dies wird mein erster Artikel in meinem Blog sein und zum Glück bekomme ich hierfür eine wunderbare Vorlage. Ich brauche im Grunde noch nicht kreativ zu sein, sondern nur das FURT-Konzert, welches am Samstag stattfand, Revue passieren zu lassen.

Wir haben uns den perfekten Tag ausgesucht, um den Zug in Richtung Bremen zu nehmen. Oh Wunder, es war rappelvoll. Der Weihnachtsmarkt und das anstehende Werder-Spiel waren vielleicht der Grund dafür. In Bremen angekommen erstmal raus aus der rollenden Sardinenbüchse und ab zum nächsten Burger King… Für mich war das ein Fehler wie sich später herausstellte, ich hatte schon die ganze Zeit ein flaues Gefühl im Magen. Die anschließende Fahrt nach Hannover konnten wir dann sitzend genießen. Zeit um kurz zu demonstrieren wie gut wir uns doch alle kennen. Alex wollte seine Konzertkarte nicht mehr bei sich tragen. Auf den Rat von Malte, er solle sie doch Lina geben, antwortete er: „Okay… Ähm, wer ist Lina?“ Auch ich hatte von dieser Person noch nie gehört und wunderte mich, warum sich so viele fremde Leute zu mir setzten. „PENIS!!!“ Volker konnte erneut das Penisspiel für sich entscheiden. Derjenige der „Penis“ am lautestens schreit, gewinnt das Spiel und die gesamte Aufmerksamkeit aller anwesenden Personen. Preise gibt es noch nicht, doch ich denke über eine Landesmeisterschaft im nächsten Jahr nach. Die verbleibende Zeit im Zug verbrachte ich damit, jeden über mein zuckendes Auge aufzuklären. Leider zuckte es nie wenn ich es mal demonstrieren wollte. Angeblich ist innere Unruhe oder Vorfreude der Grund dafür. Seit heute nehme ich jedenfalls harte Drogen, um das zu stoppen… Diese Magnesiumtabletten hauen echt rein.

Schließlich erreichten wir die wunderschöne Stadt Hannover. Der Bahnhof und das Stadion gefielen mir zumindest ganz gut. „PENIS!!!“. Ich glaube in diesem Moment war sich jeder Mensch auf dem Bahnhofsgelände unserer Anwesenheit bewusst. Dank guter Stadtkenntnisse von Lina fanden wir auch die AWD-Hall… Mir ist zwar nicht klar warum dieses Ding nicht einfach AWD-Halle heißt, aber Anglizismus ist ja eh out. Ich vergaß zu erwähnen das Gesa ihren 15. Geburtstag hatte und wir vergeblich versuchten, die Kuchenreste irgendwelchen Passanten anzudrehen. Sie endeten dann als zermatschtes Etwas vor der Konzerthalle. Dort hieß es wieder: Warten. Diese Tätigkeit machte eigentlich 70 Prozent des ganzen Tages aus. Wir haben es uns dann zur Aufgabe gemacht, das Penisspiel unter den anderen Wartenden zu verbreiten: „Penis… Penis!!!… PENIS!!!… PEEEENNIIIS!!!!!!!“  „HELGA!!!“  Es kamen Antworten in allen Variationen.

Nach zwei Stunden wurden wir mit Vorfreude und kalten Füßen in die Halle gelassen und sicherten uns einen Platz in den ersten Reihen vor der Bühne. Warten… Das Penisspiel wurde natürlich fortgeführt, wobei ein Mädel (ich weiß nicht ob sie betrunken oder auf anderen Drogen war) es ziemlich auf die Spitze trieb. „FRISS MEINE TAMPONS!!!“  Auch ohne diese Aussage schien sie nicht mehr ganz richtig im Kopf zu sein. Nachdem sich alle aus unerklärlichen Gründen dazu entschlossen haben aufzustehen, waren wir wohl die einzigen, die zwischen einem Pulk von Menschen noch saßen. Dadurch wurden wir auch Opfer zahlreicher Papierkugel-Bombardements, die in regelmäßigen Abständen das Loch in dem wir saßen erreichten. Bei dem Versuch, die Angriffe zu erwiedern trafen wir meist nur ein Mädchen das hinter uns stand. Mich hat es gewundert, dass ich keinen Tritt von ihr abbekommen habe. Anscheinend blieb sie ruhig, trotz einiger Treffer in ihr Gesicht. Hier möchte ich mich nochmal dafür entschuldigen…

Es wurde dunkel. Die Warterei war vorbei und es ging nun los. Die ersten Töne erklangen hinter dem Vorhang, der sich langsam hob. Farin Urlaub und sein Racing Team begannen das Konzert mit der Single „Nichimgriff“, welche von uns schon vorher als Opener benannt wurde. Leider konnte ich den Anfang nicht genießen, da ich kreuz und quer durch die Halle geschoben wurde, unfähig mich zu bewegen. Ich endete dann irgendwo hinten links in der Ecke, wo sich niemand zur Musik bewegte. Vergeblich versuchte ich pogende Menschen zu finden, jeder stand kopfnickend in der Gegend herum, bis mich Alex da rauszog. Im Grunde begann das Konzert erst dann für mich. Alle Lieder die ich live hören wollte wurden gespielt, nur wurde der Versuch, eine Wall of Death aufzubauen ständig von Leuten zerstört, die den Sinn nicht ganz verstanden haben. „Oh, eine freie Fläche, die kann man bestimmt gut zum Pogen benutzen.“ Einige Songs waren gut arrangiert, wie z.B. „Insel“ mit einer tollen Trommelsession am Anfang. Einen dicken Abzug gibt es aber für das Fehlen von „Dusche“ in der Setlist. Ich kann nicht verstehen warum der Song nicht gespielt wurde.  Die Lieder haben dennoch viel Spaß gemacht, man kann es aber nicht mit Die Ärzte vergleichen. Es fehlen einfach Bela und Rod auf der Bühne um richtig gute Unterhaltung zu liefern. Zudem hat Farin auch nicht die Dichte an Hits wie Die Ärzte. Insgesamt war es aber ein gutes Konzert und ein super Geburtstagsgeschenk. Und anders als in „Sonne“ war es doch wie im Film: Farin stirbt zwar nicht, geht aber zum Schluss.

Völlig versifft und durchgeschwitzt saßen wir dann im Van von Linas Eltern auf dem Weg nach Hause. Zwischenzeitlich mussten wir hinter einem Schwertransporter herschleichen. Genug Zeit um über Horst, meinen imaginären Freund zu reden. Er hat einen Melonenkopf, wohnt in einem Zimmer welches ganz in metallic gestrichen ist in Hude auf einer Weide. Nur ich kann ihn sehen, das ist auch der Grund warum er bei jedem Gang über die Straße von einem Auto angefahren wird. Er und ich werden wahrscheinlich Weihnachten zusammen verbringen. Zum Glück sind wir nach einiger Zeit auch angekommen, anscheinend habe ich echt Schlaf gebraucht.